Pressespiegel - Tupolew 134

Nun ist Antje Ravic Strubels beeindruckender Roman nicht der erste, der Schwierigkeiten mit der Wahrheit hätte, beziehungsweise von diesen Schwierigkeiten zehrt. Gewiss hätte man den Spiegel-Stoff von 1979 auch für einen glatten Tatsachenroman verwenden können., aber dafür ist Strubels literarische Intelligenz und Ambition zu groß. Fast wie eine Reprise der altbekannten Krise des Erzählens liest sich ihr Roman. (...) Wenn wir Antje Ravic Strubels Roman für gelungen, ja für sehr gelungen halten, dann nicht wegen der Vermischung der Erzählebenen und –perspektiven; und auch nicht wegen der womöglich vermittelten Erkenntnis, dass der Wunsch nach einer einvernehmlichen Wahrheit auf ewig im kühlen Grund des Schachts begraben liegt. Bei allem Bemühen, dem landläufigen Realismus ein Schnippchen zu schlagen, liegen die Stärken des Romans eben hier: in einem klugen, souveränen, seiner Mittel bewussten Realismus, der entfernte Dinge, Orte und Menschen auf bestechende Weise zu vergegenwärtigen versteht. Wer sich einmal ein Bild vom Leben in der Deutschen Demokratischen Republik in den späten siebziger Jahren machen will, der muss zu diesem Roman greifen. (...) Am meisten bestechen aber die Szenen und Passagen, in denen, jenseits des Falles, ruhige und, man möchte sagen, gerechte Bilder vom Alltag in der DDR gegeben werden. (...) Betont karg ist Antje Ravic Strubels Sprache, aber manchmal beginnt sie zu leuchten; und dann fliegt sie über Landschaften, innere wie äußere, wie wir sie so noch nicht gesehen haben.“
Christoph Bartmann, Süddeutsche Zeitung


„Etwas geht immer schief“.

Laudatio auf Antje Rävic Strubel zur Verleihung des Förderpreises.
Gehalten am 26. Januar 2005

Sehr verehrter Herr Senator, sehr verehrte Damen und Herren,
liebe Frau Strubel,
in der Literatur kommt es auf jedes Wort an, jedes einzelne zählt, wenn es auch nicht immer verrät, was und wie viel. Hören Sie sich einmal das folgende Wort an: „Luftraum“. Wenn man es etwas zögernd ausspricht, dann klingt plötzlich ein zweites Wort mit: „Luft-traum“, Mag sein, die beiden machen sich den Ort in einem Roman streitig. Es kann aber auch sein, dass sie auf das Entweder-Oder verzichten und beide gleichzeitig da sind, als wechselseitiges Echo. Um einen solchen Fall handelt es sich bei dem Roman „Tupolew 134“, für den Antje Ravic Strubel den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2005 erhält....
Lothar Müller, Laudatio zum Förderpreis des Bremer Literaturpreis


Antje Rávic Strubels neuer Roman über eine Flugzeugentführung

Sie ist gerade erst 30 Jahre alt, aber hat schon vier Romane geschrieben: Antje Rávic Strubel. Jetzt ist ihr neuester erschienen: "Tupolew 134" erzählt die Geschichte einer Flugzeugentführung durch zwei Ostdeutsche. Dabei hat sich Rávic Strubel von einem realen Fall der Republikflucht inspirieren lassen, der sich 1978 ereignete. Erneut ist es eine deutsch-deutsche Geschichte geworden....
Ina Hartwig, Kulturzeit, 3sat

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